Tour de Dovre: Eine Reise durch drei Nationalparks

Diese Geschichte beginnt, wie viele gute Ideen, bei einem Bier. Man schrieb das Jahr 2012, und Norwegen feierte das 50-jährige Bestehen seines ersten Nationalparks Rondane. Zu diesem Anlass braute Furuhaugli, die kleinste Mikrobrauerei Norwegens und der höchstgelegene Ganzjahresbetrieb, ein besonderes Bier.

Während die Bierchen flossen, bemerkte ein Einheimischer: "Wir haben all diese atemberaubende Natur um uns herum - es ist eine Schande, dass es keine Fahrradroute gibt, um sie zu präsentieren." Es war eine einfache, aber dennoch transformative Idee. Die Nationalparks Rondane, Dovre und Dovrefjell-Sunndalsfjella liegen Seite an Seite, ihre Grenzen sind von zerklüftetem Gelände geprägt und werden von wichtigen Straßen durchquert, die Süd- und Nordnorwegen miteinander verbinden. Eine Radroute, die alle drei Parks durchquert, wäre schlichtweg spektakulär.

Doch damit war das Gespräch noch nicht zu Ende. Ein anderer Einheimischer wies auf den Elefanten - oder besser gesagt, den Asphalt - im Raum hin: "Was ist mit der E6? Da können wir keine Radfahrer drauf fahren lassen!"

Die E6, Norwegens wichtigste Nord-Süd-Autobahn, verläuft mitten durch diese Region und trennt die Nationalparks Dovre und Dovrefjell-Sunndalsfjella. Für Radfahrer ist sie der ultimative Albtraum - schmale Seitenstreifen und rasender Verkehr bereiten mir immer noch Alpträume. Wenn dieser Traumradweg Wirklichkeit werden sollte, müsste ein völlig neuer, 30 Kilometer langer Radweg gebaut werden, um die Autobahn zu umgehen.

Es gab eine weitere Herausforderung. Der vorgeschlagene Weg würde durch Naturschutzgebiet Fokstumyraein wichtiges Feuchtgebiet, in dem Kraniche, Kornweihen, Kampfläufer und eine große Blaukehlchenkolonie nisten. Die ökologische Integrität dieses Schutzgebiets zu erhalten und gleichzeitig eine nachhaltige Route zu schaffen, war keine leichte Aufgabe.

Trotz der Hürden gewann die Idee an Dynamik, und nach Jahren der Planung und Abstimmung mit den lokalen Behörden wurde der Traum wahr. Im August 2017 wurde ein neuer 30 Kilometer langer Radweg fertiggestellt, der Dombås mit Hjerkinn verbindet und die gefürchtete E6 umgeht. Dieser Meilenstein ermöglichte die Schaffung eines 130 Kilometer langen Rundwegs, der die einzigartigen Landschaften, die Tierwelt und das kulturelle Erbe aller drei Nationalparks präsentiert.

Auf dieser Route geht es nicht nur ums Radfahren, sondern auch darum, das Herz Norwegens zu erleben, wo hohe Gipfel, friedliche Täler und kulturelle Schätze aufeinandertreffen. Dies ist eine Geschichte über das Radfahren der Tour de Dovre: eine Reise durch grasende Kühe und Schafe, ruhige Feuchtgebiete und den einzigen Ort in Europa, an dem man wilde Moschusochsen in ihrem natürlichen Lebensraum sehen kann. Für mich war es nicht nur eine Fahrt, sondern eine Reise, die mich mit der Seele dieser außergewöhnlichen Region Norwegens verbunden hat.

Die Route - Ein epischer Start in Dombås

Für diejenigen, die die Fahrt in Dombås beginnen, beginnt die Herausforderung fast sofort mit einem kurzen, aber steilen Anstieg. Dieser erste Anstieg belohnt die Radfahrer mit einem Panoramablick auf die umliegende Dovre-Hochebene und gibt den Ton für den Rest der Tour an. Im weiteren Verlauf der Route wird das Terrain sanfter und bietet eine sanfte Fahrt durch die Dovre-Region. Die Schotterstraßen hier sind von ruhigen Seen, fernen Berggipfeln und einer reichen Tierwelt umgeben, was diesen Abschnitt zu einem idyllischen Ort zum Radfahren macht.

Einer der Höhepunkte entlang der Route ist das Naturschutzgebiet Fokstumyra. Das Gebiet ist für seine reiche Artenvielfalt bekannt und ist ein Paradies für Vogelbeobachter. Die flache, sumpfige Landschaft ist leicht zu befahren und bietet eine ruhige Atmosphäre, die einen schönen Kontrast zu den schroffen Bergen in der Ferne bildet.

Ein Geschmack der lokalen Kultur und Küche

Keine Radtour sollte ohne ein paar wohlverdiente Pausen sein, und Furuhaugli ist der perfekte Halt für Radfahrer, die eine Stärkung brauchen. Hier finden Sie Norwegens kleinste Mikrobrauerei, wo Sie einzigartige lokale Biere wie Eine Ale, Musk Ox Ale und Elk IPA probieren können. Der Besitzer, Stein Pedersen, serviert hausgemachte Elch-Burger und herzhaften Sauerrahmbrei, damit die Radfahrer vor der Weiterfahrt gestärkt und erfrischt sind.

Die Fahrt von Dombås nach Hjerkinn ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch reich an Kulturgeschichte. Die Radfahrer fahren durch jahrhundertealte Landschaften und können sogar Hjerkinn Berghütteein historischer Ort, der seit über 1.200 Jahren Gastfreundschaft bietet. Der umliegende Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark ist auch die Heimat der berühmten Moschusochsen, was diesen Teil der Reise besonders spannend macht. Ein kurzer Abstecher oder ein geführte Safari haben Sie die Möglichkeit, diese majestätischen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten - ein wirklich unvergessliches Erlebnis. Und vergessen Sie nicht, einen Blick auf Snøhetta Aussichtspunkt!

Hjerkinn und darüber hinaus

Von Hjerkinn aus geht es weiter in Richtung Folldal durch das Naturschutzgebiet Hjerkinnholen. Diese Route bietet eine schöne Mischung aus Wald, Sumpfland und offenen Feldern und eignet sich perfekt für eine ruhige Radtour. Auf halbem Weg nach Folldal können die Besucher einen kulturellen Stopp einlegen bei Galleri Slåeneine Kunstgalerie, die in einem Bauernhaus aus dem Jahr 1750 untergebracht ist, lokale Kunst ausstellt und köstlichen hausgemachten Rhabarberkuchen anbietet.

Für Geschichtsinteressierte ist die Folldal-Minen bietet einen faszinierenden Einblick in das norwegische Bergbauerbe. Die Minen, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen, sind Teil eines Programms zur Erhaltung der Industriegeschichte der Region. Besucher können an einer geführten Tour teilnehmen, die sie 600 Meter in den Berg hineinführt, wo sie etwas über die Herausforderungen und Gefahren erfahren, denen die Bergleute in der Vergangenheit ausgesetzt waren.

Erkundung des Grimsdalen-Tals

Die Reise gipfelt in der atemberaubenden Grimsdalen-Tal, eines der schönsten Sommerweidetäler Norwegens. Beim Radfahren auf den Schotterwegen hat man einen atemberaubenden Blick auf das Rondane-Gebirge und die üppige, alte Agrarlandschaft. Das Tal ist übersät mit alten Bauernhöfen, Grabhügeln und Überbleibseln des traditionellen bäuerlichen Lebens, die eine einzigartige Verbindung zur norwegischen Vergangenheit herstellen.

Am Ende der Strecke können sich die Radfahrer ausruhen und auftanken bei Grimsdalshyttaeiner Hütte des norwegischen Tourismusverbandes, die für ihren köstlichen Sauerrahmbrei und ihre Wurstwaren bekannt ist. Von hier aus sind es 25 Meilen zurück nach Dombås. Damit endet ein viertägiges Abenteuer, das sich über drei Nationalparks erstreckt und das Beste aus der norwegischen Natur, Kultur und Geschichte zeigt.

Alle Informationen zur Radtour Tour De Dovre finden Sie in unserem umfassenden Reiseführer.

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